Wanderung im Anaga-Gebirge auf Teneriffa

Von Chamorga durch die Lorbeerwälder

Blick vom Kamm des Anaga-Gebirges

Eins vorweg: Diese Tour sollte man nicht unterschätzen. Auf dem Papier bzw. GPS-Track ist die Strecke nicht lang und die Steigung nicht übermäßig hoch, doch insbesondere die zweite Hälfte der Strecke führt über schmale, glitschige Pfade am Berghang über tiefem Abgrund. Die Gegend ist sehr abgelegen, es gibt keinen anderen Weg zurück, keinen Ausweg und auch kein Handynetz.

Uns hatte das vorher keiner gesagt, daher sind wir von einer etwas weniger aufregenden Tour ausgegangen. Wir sind allerdings auch kein alpinerfahrenen Bergwanderer, für solche mag der Weg ein reiner Spaziergang sein. Auf jeden Fall sollte man auf seine Sicherheit achten. Kurz nachdem wir da waren, ist auf Teneriffa ein deutscher Wanderer abgestürzt und tödlich verunglückt (allerdings nicht im Anaga-Gebirge, sondern am Roque Nublo).

Das Anaga-Gebirge befindet sich ganz im Nordosten von Teneriffa. Der immerwährende Passatwind bringt feuchte Meeresluft aus nordöstlicher Richtung, die über dem Gebirgskamm kondensiert und außergewöhnliche Lorbeerwälder mit üppiger, grüner Vegetation hervorbringt.

Von La Laguna oder Santa Cruz sind es ca. 1.5 Stunden Autofahrt über die gewundene, teils schmale Passstraße, bis wir Chamorga erreichen. Das verschlafene romantische Dorf zählt nur 50 Einwohner und verfügt über eine kleine Kapelle. Hier starten wir unsere Wanderung.

Wir folgen von Chamorga aus dem Weg S2 die Barranco de Chamargo hinauf zum Cruz del Draguillo. Das erste Drittel der Wanderung geht es konstant bergauf.

Auf dem Roque Icoso erreichen wir den höchsten Punkt der Tour. Wolken ziehen eiskalt über den Gebirgskamm und es bieten sich weite Ausblicke über die Nordküste von Teneriffa. Der Weg führt dann über einen schmalen Bergkamm, der zu beiden Seiten durch die Lorbeerwälder steil abfällt.

Wer die Wanderung fortsetzen möchte, kann noch den S2 über die Montaña de Tafada in Richtung des Leuchtturms Faro de Anaga weitergehen, wir biegen nun ab und setzen den Abstieg in Richtung Chamorga fort.

Wir erreichen schließlich wieder Chamorga und unser Auto.

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